20.11.2017

Das Material ist die Essenz der Dinge

Schwerpunkt mit Zukunft: Textildesign/Material & Surface Design

„Achalm-Linie“ - das Tor13 Konzept von Anke Steinbach besticht durch sein klassisches Design und fokussiert das Sitzteil, dessen Muster vom Reutlinger Hausberg, der Achalm, inspiriert ist.; Foto: Hochschule Reutlingen Löffler

Von: Simone Löffler

Das Material als Schwerpunkt in den verschiedenen Studiengängen zu reflektieren, ist Bestandteil der Strategie der Fakultät Textil & Design. Das spiegelt auch der neu konzipierte Studienschwerpunkt Textildesign/Surface & Material Design an der Hochschule Reutlingen wider. Der Studiengang eröffnet ein extrem breites Arbeitsfeld für seine Absolventinnen und Absolventen und eine exzellente Basis für eine erfolgreiche Zukunft.

Prof. Brigitte Steffen, Leiterin des Studienschwerpunktes Textildesign/Material & Surface Design an der Fakultät Textil & Design, ist eine renommierte Expertin im Bereich Konzeption, Design und Anwendung von Materialien für Innenarchitektur, Architektur, Fashion und Transportation. Weltweit Trends in Sachen Farben, Material und Oberflächen aufzuspüren, ist für Steffen Beruf und Passion. In ihren Vorlesungen lehrt sie die Studierenden, Materialien anwendungsbezogen zu konzipieren.

Fr. Steffen, woran arbeiten Ihre Studierenden im Schwerpunkt Textildesign/Surface & Material Design und was ist das Besondere an dem Schwerpunkt?
Die Studierenden beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Trends, mit Aspekten der menschlichen Wahrnehmung und mit kulturellen Unterschieden in der Anwendung von Materialien. Dabei sind Themen wie Urbanität, die Veränderung von Mobilität und Arbeitswelt, Freizeitverhalten, Nachhaltigkeit und faire Produktionsprozesse wichtige Themen. Es entstehen Konzeptionen für Materialien für ganz unterschiedliche Bereiche.  Manchmal gelingt es, Materialien mit neuen Funktionen zu entwickeln, die zu neuen Möglichkeiten führen. Die Verbindung gestalterischer und technischer Aspekte ist eine Kernkompetenz dieses Schwerpunkts. Alle unsere Designstudien werden vom Material her gedacht. Die Materialität ist Ausgangspunkt aller Überlegungen.

Interdisziplinarität ist ein Thema mit zunehmender Bedeutung. Wie beeinflusst das Ihre Lehrinhalte?
Wir vermitteln unseren Studierenden neben kreativer und gestalterischer Kompetenz eine hohe technische Kompetenz, mit Kenntnissen zu verschiedenen Herstellungsverfahren. Vor allem im Masterstudiengang haben wir dazu interdisziplinäre Teams, die ganz unterschiedliche Fähigkeiten und Kenntnisse aus ihren Vorstudien mitbringen. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt Tor13: Für die Reutlinger Stadtverkehrsbetriebe ist ein Material-und Farbkonzept für Linienbusse entstanden, das wir im Sommer vorgestellt haben. Es ging in diesem Projekt ausschließlich um die Materialität des Interieur und dessen Wirkung auf die Fahrgäste. Wir sind stolz darauf, dass das Konzept jetzt umgesetzt wird und die Busse mit den Ideen unserer Studierenden bald sichtbar werden. Wir wollten Busfahren in Reutlingen schöner machen und werden mit unserer Arbeit in der Stadt sichtbar.

Ein Studienschwerpunkt, der exzellente berufliche Perspektiven bietet?
Die Absolventen erhalten eine breite und professionell angelegte Basis für ihre berufliche Tätigkeit und haben häufig, so sie sich nicht für ein weiterführendes Studium entscheiden, zum Abschluss einen Arbeitsplatz und somit den Einstieg geschafft. Dieser Schwerpunkt bietet Arbeitsmöglichkeiten  in sehr verschiedenen Branchen. Es gibt eine hohe Nachfrage in den Bereichen Architektur, Mode, und Transportation.

Welche Trends sehen Sie aktuell?
Der Materialität der Dinge kommt eine immer größere Rolle zu. Qualität kommt aus dem Material, das Material wird vom Nutzer als Qualitätsaspekt wahrgenommen. Das funktioniert für Schuhe genauso, wie für Häuser. Dabei gilt:  Je reduzierter die Form, desto wichtiger wird das Material.  Es ist ein Trend zu beobachten, der weggeht vom schnellen Konsum in Richtung Nachhaltigkeit und Langlebigkeit. „Slow Fashion“ sei hier ein Stichwort dazu. Unsere Studierenden befassen sich sehr intensiv damit und wählen von sich aus Themen in den Feldern Nachhaltigkeit und Ethik für ihre Designstudien.

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