12.12.2018

SkypeLab – Erfolgreiches Forschungsprojekt zu Gast in Barcelona

Wie sich die Kluft zwischen Technologie und Kunst durch Raum und Zeit überbrücken lässt

Teilnehmer der Arbeitsgruppe „Mapping the unmappable“ erforschen im Rahmen des Sympolabs den öffentlichen Raum in Barcelona. Fotos: Hochschule Reutlingen

Von: Saskia Groß

Ende November trafen sich Künstler, Wissenschaftler, Forscher und Doktoranden aus aller Welt im Rahmen des Forschungsprojektes SkypeLab zu einem Sympolab, ein Symposium mit anschließendem interaktivem Labor, in Barcelona. SkypeLab- Transcontinental Faces and Spaces“ ist ein Projekt im Rahmen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung. Das Projekt wird seit über vier Jahren  mit einer Summe von fast 70.000 € unterstützt. SkypeLab erforscht die Auswirkungen von digitalen Werkzeugen und sozialen Netzwerken auf Kunst und Design und verbindet so die künstlerische Arbeit, den öffentlichen Raum und die digitalen Technologien.

Nach Stationen in Reutlingen, Melbourne, Shanghai und Rio de Janeiro fand im November erstmals eine Veranstaltung in Barcelona statt. Während zweier Tage wurde im Gebäude des RMIT Europe, einer Außenstelle des renommierten Royal Melbourne Institute of Technology, kurz RMIT, intensiv gearbeitet. 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Spanien, Italien, Australien, Japan, Norwegen und Deutschland tauschten sich zunächst im Rahmen eines Symposiums aus, um anschließend in Arbeitsgruppen den öffentlichen Raum des stadtplanerisch spannenden Innovation Districts in Barcelona zu erforschen.

 Prof. Hennig Eichinger und Prof. Dr. Maggie McCormick, Initiatoren und Projektleiter Skypelab, stellten sich zu Beginn des Projektes 2012, die Frage: „Wie können wir durch eine Neubestimmung der Zeichnung innerhalb des öffentlichen digitalen Raums der sozialen Medien besser verstehen, auf welche Art digitale Bildschirme unser Sehen – und dadurch unsere künstlerische Arbeit und unsere Rezeption von Wissen – beeinflusst?“  Um diese Frage zu beantworten, schufen sie mit SkypeLab ein Experimentierfeld, in dem durch die künstlerische Praxis und deren Reflexion neue Erkenntnisse erarbeitet und vermittelt werden.

 „Mit SkypeLab entstand eine Art Labor innerhalb unseres weiter wachsenden Netzwerks, das mittlerweile Universitäten, Städte, Kontinente, Disziplinen und Medien verbindet. Durch die unterschiedlichen zeitlichen Bedingungen und geografischen Distanzen hinweg bringt uns SkypeLab zusammen“, so Eichinger, Leiter des Schwerpunkts Künstlerische Konzeption an der Fakultät Textil & Design der Hochschule Reutlingen. „Das Projekt SkypeLab wurde bereits vielfach international anerkannt und zeigt was die Vernetzung von Hochschulen und Künsten rund um den Globus schaffen kann“, so Eichinger.

 Während bisherige Events den künstlerischen Schwerpunkt auf die sogenannten Skypetraits legten, d.h. Portraits die mit der Zeichentechnik der Blindzeichnung via Skype und unter Zuhilfenahme verschiedenster anderer Techniken entstanden, lag der Fokus in Barcelona auf der Perzeption des öffentlichen Raums, auf „Mapping the unmappable.“. Die Teilnehmer des Sympolabs erforschten den öffentlichen Raum unter verschiedenen gestalterischen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten und erarbeiteten so spannende, neue künstlerische Herangehensweisen, wie der öffentliche Raum, abgesehen von klassischen Landkarten, auf unterschiedlichste Art und Weise darstellbar und künstlerisch greifbar gemacht werden kann.

 Eichinger berichtet im Anschluss an die intensive Zeit in Barcelona von den vielen Herausforderungen, die dieses internationale künstlerische Projekt für die Studierenden und Lehrenden bereithält und die dadurch gewonnenen Strategien und Erfahrungen. „SkypeLab ist ganz bewusst als offenes Projekt angelegt, so dass die Ergebnisse nicht vorhersehbar sind und oft mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben“, erklärt Eichinger. Oft sind die Fragen wichtiger für das Verständnis und die künstlerische Entwicklung als kurzfristige Ergebnisse die bald schon wieder überholt sind. SkypeLab verbindet Themen wie Digitalisierung, Globalisierung und Internationalität und ermöglicht es, sich auf künstlerische Weise mit diesen Themen auseinander zu setzen. „Vielleicht gewinnen wir dadurch sogar ein wenig Deutungshoheit über diese Technologien zurück“, so Eichinger.

Weitere Informationen zu SkypeLab finden Sie hier.


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