03.12.2019 | Kategorien TD News

SkypeLab: 1000 Pixel

Künstlerisches Forschungsprojekt stellt in Berlin aus

Die Ausstellung „Skypelab: 1000 Pixel“ ist noch bis zum 2. Januar in der baden- württembergischen Landesvertretung in Berlin zu sehen. Fotos: „Baden-Württemberg Stiftung, Fotograf: Matthias Kaufhold“

Eine für die baden-württembergische Landesvertretung in Berlin entwickelte Installation des erfolgreichen internationalen künstlerischen Forschungsprojekts SkypeLab unter Leitung der Fakultät Textil & Design der Hochschule Reutlingen und der RMIT University Melbourne ist noch bis zum 2. Januar in der Baden-Württembergischen Landesvertretung in Berlin zu sehen. „SkypeLab: Transcontinental Faces and Spaces“ ist ein Projekt im Rahmen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende – BWS plus, einem Programm der Baden-Württemberg Stiftung. Das Projekt wird seit über fünf Jahren mit einer Summe von insgesamt fast 90.000 € unterstützt. SkypeLab erforscht die Auswirkungen von digitalen Werkzeugen und sozialen Netzwerken auf Kunst und Design und verbindet so die künstlerische Arbeit, den öffentlichen Raum und die digitalen Technologien.

Sieben Jahre - fünf Kontinente – neun Städte: Reutlingen, Melbourne, Schanghai, Boston, Rio, Baranquilla, Hobart, Barcelona und seit dem 27. November auch Berlin. In SkypeLab: Transcontinental Faces and Spaces, einem Projekt im Rahmen des Baden-Württemberg-STIPENDIUMs für Studierende BWS plus der Baden-Württemberg Stiftung, erforschten über 100 Studierende, Lehrende und Alumni weltweit die Auswirkungen von sozialen Netzwerken und digitalen Werkzeugen auf unsere Gesellschaft und die daraus resultierenden Veränderungen von Identität in einer globalisierten und digitalisierten Welt am Beispiel von Skype. Mittels einer speziellen Zeichentechnik, die später auf andere künstlerische Medien erweitert wurde, porträtierten sich Studierende via Skype über Länder und Kontinente hinweg und erforschten so Persönlichkeit und Identität durch einen digitalen Filter.

Exakt 1000 Pixel haben die beiden Kuratorinnen der Ausstellung und Designabsolventinnen der Hochschule Reutlingen Annie Kurz und Javiera Advis unter Leitung von Prof. Eichinger zu einer beeindruckenden Installation zusammengefügt. Vergangene Woche wurde die Ausstellung feierlich eröffnet. Staatssekretär Volker Ratzmann begrüßte dazu mehr als 350 Besucherinnen und Besucher unter der frisch aufgestellten, über 10 m großen, Weihnachtstanne aus Ebersbach an der Fils auf dem Vorplatz der Landesvertretung. In der Landesvertretung wartete die beeindruckende Zusammenstellung von 1000 Pixeln der Größe 30 x 30 cm auf die Besucherinnen und Besucher.

Die Installation in der Landesvertretung greift die künstlerischen Ergebnisse der letzten Jahre auf und visualisiert mit eintausend Quadraten Bildausschnitte von Kunstwerken aller am Projekt beteiligten Künstlerinnen und Künstlern. Die Ausschnitte, hinter Acrylglas gedruckt, verweisen durch den leichten Glanz auf die Bildschirme die in SkypeLab die Schnittstelle zwischen den Beteiligten waren. Gleichzeitig beziehen sie sich auf verschiedene digitale Phänomene wie die Informationsflut im Internet, die geringe Halbwertzeit der Informationen und das Problem, wichtige von unwichtigen und richtige von unrichtigen Informationen zu unterscheiden. Da die Pixel flach auf den drei rund zehn Meter hohen Wänden haften, verbinden sie sich optisch mit diesen und geben den Wänden eine klare Prägung, machen sie selbst zu einem Objekt. Der Glanz der Pixel und die matte Farbe der Wände ergeben allein formal schon ein optisch wunderbares visuelles Spiel.

In Ihrem Grußwort betonte die australische Botschafterin, Ihre Exzellenz Lynett Wood, die Kreativität und Innovationskraft der Studierenden aus Melbourne und Reutlingen, die dieses künstlerische Forschungsprojekt 2012 unter der Leitung von Prof. Henning Eichinger und Prof. Dr. Maggie McCormick starteten. Prof. Dr. McCormick, die eigens aus Australien angereist war, bedankte sich im Rahmen ihres Grußwortes herzlich bei allen Unterstützern, insbesondere bei der Baden-Württemberg Stiftung, die SkypeLab während der letzten Jahre großzügig unterstützt hatte. Der Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, Christoph Dahl lobte SkypeLab in einer Videobotschaft als internationales Vorzeigeprojekt der Stiftung. Prof. Eichinger gab dem interessierten Publikum anschließend eine Einführung in das Projekt, im welchem Studierende, Lehrende und Alumni am Beispiel der digitalen Kommunikation durch Skype den Einfluss von digitalen Werkzeugen und sozialen Netzwerken auf Kunst und Design untersuchten.

Zum Abschluss der Eröffnung zeigten die drei Künstlerinnen Fiona Hillary, Susannah Grifith und Susan Maco Forrester live aus Melbourne eine Skype Performance von großer emotionaler Wucht, die die Besucherinnen und Besucher gleichermaßen begeisterte und in ihren Bann zog.

Ihren Ausklang fand diese besondere und einmalige Ausstellung bei einem weihnachtlich-kulinarischen Miteinander der Besucher und Künstler im Garten der Landesvertretung mitten in Berlin. Dabei zeigte sich der Präsident der Hochschule, Prof Dr. Hendrik Brumme, im Gespräch ebenso beeindruckt vom großen Interesse der Besucherinnen und Besucher und den vielfältigen Gesprächen und Diskussionen wie Prof. Eichinger: „Dies war eine wunderbare Gelegenheit, unser Projekt in der Hauptstadt vor einem interessierten und fachkundigen Publikum zu präsentieren und dabei zu zeigen, welche neuen und innovativen Wege die Hochschule seit vielen Jahren einschlägt“, so Eichinger abschließend.

Ausführliche Informationen zum Projekt finden Sie hier

Eine Instagram Story über den Aufbau und die Eröffnung der Vernissage in Berlin finden Sie hier.

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