09.05.2017

Ein Ausflug in die Geschichte der Mode

Studierende des zweiten Semesters Textildesign/Modedesign auf Frühjahrsexkursion im Modemuseum│Residenzschloss Ludwigsburg

Modenschau durch drei Jahrhunderte - das Modemuseum Ludwigsburg; Foto: Hochschule Reutlingen / Carmen Bleile

Carmen Bleile

Ein sehr wertvolles Stehkleid aus roter Seide mit Gold bestickt ist Teil einer erlebnisreichen Ausstellung und im Modemuseum im Residenzschloss Ludwigsburg zu bestaunen. Das taten vergangene Woche 14 interessierte Mode- und Textildesigner aus dem 2. Semester. Sie klebten buchstäblich an den Lippen der Mitarbeiterin des Museums, die uns mit ihrem schönen französischen Akzent die textilen Schmuckstücke aus den letzten Jahrhunderten präsentierte.

Das Modemuseum im Festinbau von Schloss Ludwigsburg zeigt Kleidung und modische Accessoires vom Rokoko bis in die 1960er-Jahre und bietet eine Modenschau durch drei Jahrhunderte.

Spitze war damals das wertvollste, was die textile Mode zu bieten hatte – alles in Handarbeit gewebt, gestickt und genäht. Wenn man bedenkt, dass die Öse erst im 14. Jahrhundert ihren Weg in die Nadel fand und ein flinker Schneider 30 Handstiche pro Minute vollführte, mag es einem bewusst werden, wie aufwendig die Erstellung von Kleidung war.

Ab 1850 erleichterten und beschleunigten die ersten Nähmaschinen von Isaac Singer das Handwerk. Ein Spitzenkragen konnte damals gut und gerne so viel wert sein wie 3 Jahresmieten eines Mehrfamilienhauses. Die Perücken wurden aus Ross- und Menschenhaar hergestellt, in Pferdeurin gebleicht und mit Pomade und weißem Mehl vom Perückenmacher für die feine Gesellschaft präpariert.

Bis Anfang des 19 Jahrhunderts trugen die Damen ihre 7 Sachen in Hüfttaschen versteckt unter ihrem Rock. Dann kam der erste Beutel, der am Handgelenk getragen wurde und für jedermann ziemlich befremdlich war – très „Ridikül“.

Alles in allem, ein sehr lehrreicher Ausflug in die Geschichte der Mode!