20.02.2018

Einblicke in die Welt der Mode

Erfolgreiche Kooperation wird fortgesetzt: Junge Mode-Designerinnen gestalten Schaufenster der Galeria Kaufhof Reutlingen

Saskia Groß

In einer 4-wöchigen Schaufensterausstellung geben Modedesign-Studentinnen der Hochschule Reutlingen Einblicke in die Welt der Mode. Ab dem 17. Februar präsentieren drei Bachelorstudentinnen aus dem Schwerpunkt Modedesign zwei Wochen lang ihre Projekte im Schaufenster der Galeria Kaufhof Reutlingen. Die facettenreichen Projekte aus dem Bereich der Damenbekleidung geben spannende Einblicke in die Themenvielfalt der Modedesignausbildung an der Fakultät Textil & Design. Ab dem 06. März zeigen eine Masterthesis sowie eine Bachelor Projektarbeit für zwei weitere Wochen die ganze Bandbreite von kreativer Freiheit bis zu tragbaren Kreationen.

„Wir suchen nach begeisterungsfähigen und motivierten Personen, die Lust haben, sich an Projekten rund um das Thema Mode & Style in Kooperation mit unserer Filiale zu beteiligen“, mit diesem Anliegen trat Dominik Paul, Geschäftsführer der Galeria Kaufhof Reutlingen, im Frühjahr letzten Jahres an Prof. Änna Piel, Studiendekanin Textildesign / Modedesign, heran. Eine konkrete Idee war rasch konzipiert und wurde im Sommer erstmals umgesetzt. Der Erfolg der Schaufensterausstellung war sehr groß und so wird die Kooperation zwischen der Galeria Kaufhof Reutlingen und der Hochschule Reutlingen fortgesetzt. Ab dem 17. Februar geben die jungen Designerinnen Einblicke in Ihre Welt der Mode. In individuellen Arbeiten entstanden vielseitige und kreative Projekte zum Schlagwort „Hybrid“, dem Überthema ihres dritten Semesters.

CHALCOLITE - oder auch grüner Glimmer. Ein Kristall, der bei genauerem Hinsehen eine Struktur von tausenden Schichten hat.

Naomé Nazire Tahmaz‘ Kollektion nähert sich dem Thema Hybrid über die Vielschichtigkeit aller Menschen. Menschen als Hybride, aus unterschiedlichen, dem Menschen innewohnenden Ebenen, wie Gedanken, Gefühlen und Persönlichkeiten. Die Ebenen verbinden das Äußere des Menschen mit dem Inneren, wird eine Ebene zerstört kommt eine weitere zum Vorschein. „Wie eine Blume, deren Blütenblätter nach und nach verwelken.“ so Naome Tahmaz. Ihre Art der Interpretation von Hybrid führt die junge Modedesignerin zu einer spannenden Kollektion, die durch die interessante Überlagerung verschiedenartiger Stoffe, teilweise sogar von Kleidungsstücken, sowie durch den Einsatz gegensätzlicher Materialitäten und spezieller Verarbeitungstechniken geprägt ist.

„Schutzschild“ – Mensch-Technik-Prothese-Verwirrung-Unterstützung-Hoffnung.

„Meine Kollektion „Schutzschild“, bezieht sich auf die Verbindung von Mensch und Technik. Die Verbindung von Mensch und Prothese.“ so Charlotte Helm. Entstanden ist eine individuelle und attraktive Kollektion, die einerseits Bausteine wie Absteppungen, Hauttöne und Applikationen, stellvertretend für den Menschen, und andererseits Bausteine wie Metallelemente, Segmente und Metalltöne, stellvertretend für die Prothese, einsetzt. Die Verwirrung der Menschen wird durch Fadengewirr symbolisiert. Als Stillelement für das ebenfalls prägende Element der Kollektion, die Hoffnung, hat die junge Modedesignerin ansprechende Regenbogenfarben gewählt.

(UN)COMFORTABLE – Das Streben nach Perfektion schafft den Drang sich zu verstecken. Utopische Bildnisse der Medien erzeugen ein negatives Körpergefühl und Unzufriedenheit. Es entsteht das Bedürfnis sich zu vermummen und in ein warmes Schutzschild zu kuscheln. Die mangelnde Selbstakzeptanz schränkt Körper und Geist ein, hemmt. In ihrer Arbeit „(UN)COMFORTABLE verbildlicht die junge Modedesignerin Charlotte Schwarzer „den Kontrast zwischen dem angenehmen und unangenehmen Zustand in Form von Spielerein mit Volumina und Materialien.“ Die Kollektion spielt gekonnt mit der Gegensätzlichkeit zwischen Freiheit und Zwang und setzt dies in Form von Hybriden in ihrer Kollektion um. Warme, weiche Sweater-Stoffe werden mit kalten, harten Metallgestricken kombiniert, „Oversize“-Volumina treffen auf körpernahe Formen und zunächst gerade verlaufenden Teilungsnähte laufen geschwungen aus.

Unterstützt wurden die Bachelorstudentinnen von einem Sponsor aus der Region. Die Firma Alfred Buck stellte für die Projekte großzügig Metallgestricke zur Verfügung und lud die Studierenden zu einer informativen Exkursion an den Firmen- und Produktionssitz nach Bondorf ein.

Ab dem 06. März zeigen Maryna Lytovchenkos Masterthesis „What Dreams may come?“ sowie Lea Borkowskys Designprojekt „WHY ME?“ aus dem 5. Semester Bachelor für zwei weitere Wochen die ganze Bandbreite von kreativer Freiheit bis zu tragbaren Kreationen.