"Hop in, and let's hit the road!"

Die neue Hochschulzeitschrift camplus ist da - mit einem Bericht über das Textilsymposium

Hochschulpräsident Brumme lädt die Leser ein, mit der neuen Hochschulzeitschrift camplus auf eine Reise zu gehen - vom Studium bis in die beruflich vielfältige Zukunft. Fakultäten, Forschungseinrichtungen und Initiativen stellen sich in der Zeitschrift vor und berichten über Events und neue Projekte. Dabei ist auch ein Bericht über das internationale Textilsymposium, das die Fakultät Textil & Design gemeinsam mit dem Förderverein Campus Reutlingen im November 2019 veranstaltet hat (S. 58). Die camplus gibt es hier als Online-Magazin oder als pdf zum Download

Neu in der historischen Gewebesammlung - Kleidung der Hakka aus dem 19. Jahrhundert

Eine große Kiste mit farbenprächtig bestickten Röcken sowie Jacken, Schuhen, Täschchen und Fächern ist jetzt neu zur historischen Gewebesammlung der Hochschule hinzu gekommen. Die chinesische Volksgruppe der Hakka trug diese Kleidung vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts.

Rudolf Lechler (1824 - 1908) brachte die Textilien 1899 in seine Heimat Kornwestheim zurück, nachdem er über 50 Jahre bei den Hakka in der Nähe von Hongkong als Missionar gearbeitet hatte. Nachfahren von Rudolf Lechler waren durch das Textilsymposium der Hochschule auf die Gewebesammlung aufmerksam geworden und übergaben die historischen Kleider aus China an Sammlungsbetreuerin Regine Lechler-Fiola.

Die Hakka waren vermutlich von Sibirien nach China ausgewandert und hatten sich überwiegend nahe Hongkong im Süden des Landes angesiedelt. Ihre einzigartigen Rundhäuser sehen aus wie gelandete Ufos und gehören heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Der Pfarrer Rudolf Lechler reiste 1846 im Auftrag der Basler Mission dorthin, um mit den oft diskriminierten Hakka-Chinesen zu arbeiten. Dabei richteten Lechler und seine Missionskollegen erste Krankenhäuser und Schulen ein, Lechlers Frau Marie gründete sogar eine erste reine Mädchenschule in Hongkong.

Die Hakka sprechen bis heute nicht nur einen völlig eigenen Dialekt (über den Lechler ein Wörterbuch verfasste), sondern grenzen sich auch in ihrer Tradition von anderen chinesischen Volksgruppen ab: sie förderten die gleichberechtigte Bildung für Männer und Frauen und lehnten das äußerst schmerzhafte traditionelle Füßebinden von Frauen ab. Wie schmal die Füße einer Hakka-Frau wohl dennoch waren, zeigt ein paar Schuhe mit Holzsohle, die ebenfalls Teil der chinesischen Neuzugänge zur Hochschul-Sammlung sind.

Manche der Kleidungsstücke haben unter der langen Lagerung etwas gelitten und sollen nun vorsichtig restauriert werden, um dann ggf. in Zukunft auch mit anderen Teilen der Gewebesammlung ausgestellt zu werden.